Vorladung · Durchsuchung · Strafbefehl
Ein Vorwurf.
Kein Urteil.
Bleib ruhig.
Die Polizei meldet sich. Ein Brief kommt vom Gericht. Plötzlich geht es um Strafrecht. Hier findest du heraus, was jetzt wichtig ist – und was warten kann.
Festnahme oder laufende Hausdurchsuchung?
Jetzt Strafverteidiger kontaktieren. Dieser Ratgeber ist deine Orientierung; die Verteidigung übernimmt ein Anwalt.

Du musst nicht alles lösen.
Nur den nächsten Schritt.
Ein Ermittlungsverfahren ist noch keine Verurteilung. Als Beschuldigter darfst du schweigen und dir anwaltlichen Beistand holen. Ruhe bewahren heißt: besonnen handeln und wichtige Fristen ernst nehmen.
Dein Einstieg in den Strafrechts-Alarm
Was ist passiert?
Wähle deine Situation. Du bekommst einen klaren ersten Schritt und siehst, worauf es ankommt.
Vorladungs-Alarm · Als Beschuldigter
Du musst dich jetzt
nicht erklären.
Lies zuerst: Steht dort „Beschuldigter“ oder „Zeuge“? Und wer lädt dich vor? Davon hängen deine Pflichten ab.
Vorladungen richtig einordnen ↘- Brief und Umschlag aufbewahren. Aktenzeichen, Behörde, Vorwurf und Termine notieren.
- Keine spontane Aussage zur Sache. Nicht am Telefon, nicht per E-Mail und nicht „nur kurz“ auf der Wache.
- Verteidiger kontaktieren. Akteneinsicht und den Umgang mit der Ladung besprechen.
Eine bloße polizeiliche Beschuldigtenvorladung begründet grundsätzlich keine Erscheinenspflicht. Bei Staatsanwaltschaft oder Gericht kann sie bestehen. Dein Schweigerecht bleibt.
Hausdurchsuchung · Jetzt vor Ort
Höflich bleiben.
Rechte behalten.
Keine Auseinandersetzung an der Tür. Frage nach der Rechtsgrundlage und organisiere anwaltliche Unterstützung.
Zur Durchsuchungs-Checkliste ↘- Beschluss zeigen lassen. Kopie erbitten; ohne Beschluss nach Grund und anordnender Stelle fragen.
- Verteidiger anrufen lassen. Um Abwarten bitten. Die Durchsuchung muss deshalb nicht angehalten werden.
- Zur Sache schweigen. Einwände sachlich äußern; Anordnungen nicht körperlich verhindern.
- Am Ende Verzeichnis verlangen. Danach Ablauf und mögliche Schäden schriftlich festhalten.
Ein sachlicher Widerspruch stoppt die Maßnahme nicht automatisch. Keine Beweise vernichten oder Geräte aus der Ferne löschen.
Festnahme · Sofort handeln
Jetzt brauchst du
Verteidigung.
Frage: „Bin ich festgenommen oder darf ich gehen?“ Wenn du nicht gehen darfst, bitte um eine verständliche Erklärung und anwaltlichen Kontakt.
Strafverteidiger suchen ↘- Zur Beschuldigung schweigen. Verlange ein Gespräch mit einem Strafverteidiger und gegebenenfalls einen Dolmetscher.
- Gesundheit ansprechen. Notwendige Medikamente, Verletzungen und Erkrankungen benennen; bei Bedarf ärztliche Hilfe verlangen.
- Vertrauensperson benachrichtigen lassen. Das Recht kann eingeschränkt sein, wenn der Untersuchungszweck erheblich gefährdet würde.
- Keine körperliche Gegenwehr. Grund und Zeitpunkt der Festnahme später dokumentieren.
Bei vorläufiger Festnahme: Wenn du nicht freigelassen wirst, musst du unverzüglich, spätestens am Tag nach der Festnahme, einem Richter vorgeführt werden. Keine pauschale „24-Stunden-Regel“.
Strafbefehl · Frist beachten
Zwei Wochen
können entscheiden.
Ein Strafbefehl kann ohne Hauptverhandlung ergehen. Er enthält bereits eine Rechtsfolge und wird ohne rechtzeitigen Einspruch rechtskräftig.
Jetzt Verteidigung organisieren ↘- Zustellungsdatum sichern. Den gelben Umschlag zusammen mit dem Strafbefehl aufbewahren.
- Sofort anwaltlich prüfen lassen. Der Einspruch muss grundsätzlich binnen zwei Wochen nach Zustellung beim erlassenden Gericht eingehen.
- Form und Zugang ernst nehmen. Schriftlich oder zu Protokoll der Geschäftsstelle; eine gewöhnliche E-Mail genügt regelmäßig nicht.
- Umfang und Risiken besprechen. Einspruch kann beschränkt werden; eine spätere Entscheidung kann auch ungünstiger ausfallen.
Eine Nachricht an den Anwalt oder an die Staatsanwaltschaft wahrt die gerichtliche Einspruchsfrist nicht. Bei Fristproblemen noch am selben Tag Hilfe holen.
Anklage & Gericht · Vorbereitung
Jetzt mit Plan
weitergehen.
Auch eine Anklage ist noch kein Urteil. Mit der Verteidigung klärst du Beweislage, Anträge, Termine und mögliche Folgen.
Den Verfahrensablauf verstehen ↘- Anklageschrift und Ladung weitergeben. Alle gerichtlichen Fristen sofort notieren.
- Akteneinsicht auswerten lassen. Welche Beweise gibt es, was fehlt, welche Entlastung kommt in Betracht?
- Gerichtstermine ernst nehmen. Nicht einfach fernbleiben; Verhinderung umgehend mit dem Verteidiger und gegebenenfalls Gericht klären.
- Nach einer Entscheidung sofort beraten lassen. Für Rechtsmittel können sehr kurze Fristen gelten.
Keine selbst gebastelte Verteidigungsstrategie aus Social-Media-Tipps. Deine Unterlagen und die konkrete Akte entscheiden.
Zeugen · Andere Rolle, andere Regeln
„Einfach schweigen“
passt hier nicht.
Als Zeuge kannst du zur Aussage verpflichtet sein. Zugleich schützen dich gesetzliche Zeugnis- und Auskunftsverweigerungsrechte.
Rechte als Zeuge verstehen ↘- Absender und Auftrag prüfen. Eine polizeiliche Zeugenladung kann verpflichtend sein, wenn ein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt.
- Selbstbelastung vermeiden. § 55 StPO kann einzelne belastende Antworten schützen.
- Angehörigenverhältnis prüfen. Bei bestimmten nahen Angehörigen kann § 52 StPO ein Zeugnisverweigerungsrecht geben.
- Bei Unsicherheit Zeugenbeistand holen. Insbesondere wenn sich ein eigener Tatverdacht abzeichnet.
Wenn du aussagst, bleibe bei der Wahrheit und trenne eigene Wahrnehmung von Vermutungen. Keine Geschichten abstimmen.
Wenn gegen dich ermittelt wird
Sieben Tipps.
Ein klarer Kopf.
Diese Regeln helfen dir als Beschuldigtem, typische Fehler zu vermeiden. Für Zeugen gelten teilweise andere Pflichten.
Verteidiger kontaktieren.
Bei Festnahme, Durchsuchung oder schweren Vorwürfen sofort. Bei anderer Post zeitnah. Suche Erfahrung im Strafrecht und kläre zuerst Erreichbarkeit, Fristen und Kosten.
Zur Sache schweigen.
Als Beschuldigter musst du den Vorwurf nicht erklären. Auch informelle Gespräche und scheinbar beiläufige Bemerkungen können in die Akte gelangen. Erforderliche Personalangaben sind eine andere Frage.
Nichts spontan einräumen.
Keine Rechtfertigung, keine Spekulation, keine vorschnelle Entschuldigung zum Tatvorwurf. Ob eine Aussage oder ein Geständnis sinnvoll ist, besprichst du nach Kenntnis der Akte mit deinem Verteidiger.
Unterlagen und Ablauf sichern.
Briefe samt Umschlägen aufbewahren, Termine notieren und ein sachliches Gedächtnisprotokoll erstellen. Vorhandene entlastende Nachrichten oder Dokumente unverändert erhalten und dem Anwalt zeigen.
Keine ungeprüfte Zustimmung.
Protokolle, Einwilligungen und Verzichtserklärungen erst verstehen und möglichst anwaltlich besprechen. Eine Empfangsbestätigung ist nicht automatisch ein Einverständnis. Entscheidend ist ihr Inhalt.
Keine zusätzlichen Probleme schaffen.
Kein körperlicher Widerstand. Keine Beweise verändern oder vernichten. Keine Zeugen beeinflussen. Den Fall nicht auf Social Media austragen. Besonnenheit schützt deinen Handlungsspielraum.
Fristen halten. Dann mit Plan entscheiden.
Gerichtspost und Zustellungsdaten sofort prüfen. Dein Verteidiger kann Akteneinsicht nehmen. Erst auf dieser Grundlage entscheidest du, wie es weitergeht – ohne in Hektik deine Rechte aufzugeben.
Ein Satz, den du dir merken kannst
Du darfst freundlich sein.
Und trotzdem schweigen.
Für Beschuldigte. Sag es ruhig und klar. Erforderliche Angaben zu deiner Person, gesundheitliche Bedürfnisse und organisatorische Fragen kannst du davon trennen.

Wenn die Polizei vor der Tür steht
Keine Hektik.
Eine klare Reihenfolge.
Hausdurchsuchung · Praktischer Ratgeber
Du musst die Maßnahme
nicht an der Tür gewinnen.
Eine angeordnete Durchsuchung lässt sich vor Ort oft nicht verhindern. Deine Aufgabe: ruhig bleiben, deine Rechte benennen und die spätere Prüfung ermöglichen.
1. Die ersten Minuten: Tempo herausnehmen.
Bleibe höflich, halte deine Hände sichtbar und kündige nötige Bewegungen an. Frage, wer den Einsatz leitet und ob gegen dich oder jemand anderen ermittelt wird. Teile mit, wenn Kinder, hilfsbedürftige Menschen oder notwendige Medikamente betroffen sind.
Keine spontanen Erklärungen zum Vorwurf. Sorge für einen sicheren Ablauf, ohne daraus eine Vernehmung werden zu lassen.
2. Beschluss ansehen. Rechtsgrundlage erfragen.
Bitte um Einsicht und eine Kopie des Durchsuchungsbeschlusses. Notiere Gericht, Aktenzeichen, Datum, Adresse, Räume, Tatvorwurf und gesuchte Gegenstände. Gibt es keinen richterlichen Beschluss, frage nach der gesetzlichen Ausnahme und der anordnenden Stelle.
Bei Gefahr im Verzug sind unter gesetzlichen Voraussetzungen andere Anordnungen möglich. „Kein Beschluss“ bedeutet deshalb nicht automatisch „kein Zutritt“. Ob die Voraussetzungen vorlagen, prüft später dein Verteidiger.
3. Verteidiger anrufen. Um Abwarten bitten.
Bitte darum, deinen Verteidiger oder einen örtlichen Strafverteidigernotdienst kontaktieren zu können. Wenn dein Telefon nicht verfügbar ist, bitte um eine andere Kontaktmöglichkeit. Halte eine wichtige Nummer möglichst auch auf Papier bereit.
Du kannst darum bitten, die Ankunft abzuwarten. Es gibt kein allgemeines Recht, die Durchsuchung bis dahin anzuhalten. Auch eine Begleitperson kann erbeten werden; sie ist kein garantiertes Mittel, den Einsatz zu verzögern.
4. Duldung ist nicht freiwilliges Einverständnis.
Du darfst sagen, dass du mit der Maßnahme oder einer Beschlagnahme nicht einverstanden bist, und darum bitten, dies festzuhalten. Ein solcher Einwand hebt die Anordnung nicht auf. Halte dich an sichere Anweisungen und verhindere die Maßnahme nicht körperlich.
Kein pauschaler Verzicht auf Rechte. Ob du aktiv mitwirken musst, hängt von deiner Rolle und der jeweiligen Anordnung ab. Als Beschuldigter musst du dich nicht durch Aussagen selbst belasten.
5. Nichts ungelesen unterschreiben.
Lies, was dir vorgelegt wird. Besonders bei Einwilligungen, Aussagen und Verzichtserklärungen ist anwaltliche Rücksprache sinnvoll. Bitte gegebenenfalls um eine Kopie und halte falsche Angaben fest.
Nicht jede Unterschrift ist eine Zustimmung. Manche Dokumente bestätigen nur den Empfang. Wenn du den Inhalt nicht sicher verstehst, unterschreibe nicht unter Zeitdruck; frage nach Sinn und Grundlage.
6. Mitgenommene Gegenstände genau erfassen.
Verlange nach Abschluss eine schriftliche Mitteilung über den Grund der Durchsuchung und ein Verzeichnis der sichergestellten oder beschlagnahmten Gegenstände. Wenn nichts Verdächtiges gefunden wurde, kann darüber eine Bescheinigung verlangt werden.
Prüfe die Beschreibung von Geräten, Unterlagen und Zubehör. Notiere erkennbare Schäden. Bitte bei dringend benötigten Arbeitsunterlagen um Kopien; eine sofortige Herausgabe ist nicht immer durchsetzbar.
7. Danach: Gedächtnisprotokoll und rechtliche Prüfung.
Notiere Beginn und Ende, beteiligte Dienststellen, Aussagen, Räume, Maßnahmen, Zeugen und mögliche Schäden. Fotos vorhandener Schäden kannst du nach der Maßnahme anfertigen. Heimliche Tonaufnahmen sind kein sinnvoller Standardweg.
Dein Verteidiger prüft Rechtsgrundlage, Umfang, Verhältnismäßigkeit, Beschlagnahme, Rückgabe und mögliche Rechtsbehelfe. Keine Erfolgsgarantie: Ein Fehler führt nicht automatisch dazu, dass alle gefundenen Beweise unverwertbar sind.
Vor öffentlichen Vorwürfen oder der Veröffentlichung von Verfahrensunterlagen erst rechtlich beraten lassen.
Rechte & Pflichten · Die wichtigen Unterschiede
Schweigen dürfen.
Pflichten kennen.
„Ich muss gar nichts“ ist ebenso falsch wie „Ich muss alles beantworten“. Entscheidend ist, in welcher Rolle du angesprochen wirst und welche Maßnahme angeordnet ist.
| Situation | Dein Recht | Darauf musst du achten |
|---|---|---|
| Beschuldigung & Vernehmung | Zur Beschuldigung schweigen; jederzeit einen Verteidiger befragen. | Das Schweigerecht bezieht sich auf die Sache. Gesetzlich verlangte Personalangaben gegenüber einer zuständigen Stelle wahrheitsgemäß machen. |
| Polizeiliche Vorladung als Beschuldigter | Bei einer bloßen polizeilichen Ladung grundsätzlich nicht erscheinen und keine Aussage zur Sache machen. | Absender und Art der Ladung genau prüfen. Andere gerichtliche oder staatsanwaltschaftliche Anordnungen nicht damit verwechseln. |
| Staatsanwaltschaft oder Gericht | Auch dort bleibt das Schweigerecht des Beschuldigten bestehen. | Eine gesetzliche Erscheinenspflicht ist vom Schweigerecht zu trennen. Nicht einfach wegbleiben. |
| Vorladung als Zeuge | Gesetzliche Zeugnis- oder Auskunftsverweigerungsrechte können greifen; Beistand ist möglich. | Bei Staatsanwaltschaft und Gericht regelmäßig erscheinen. Auch die Polizei kann bei staatsanwaltschaftlichem Auftrag verpflichtend laden. |
| Hausdurchsuchung & Beschlagnahme | Rechtsgrundlage erfragen, Einwände benennen, schriftliche Bescheinigung und Verzeichnis verlangen; Rechtmäßigkeit prüfen lassen. | Angeordnete Maßnahmen nicht körperlich verhindern. Ein Widerspruch bedeutet keinen automatischen Stopp. |
| Fotos, Fingerabdrücke, Blutprobe | Anordnung und Rechtsgrundlage erfragen und anwaltlich überprüfen lassen. | Bei gesetzlichen Voraussetzungen können Maßnahmen auch ohne Zustimmung zulässig sein. Schweigerecht bedeutet nicht, dass jede Maßnahme abgelehnt werden kann. |
| Festnahme | Verständliche Belehrung, Verteidigerkontakt und gegebenenfalls medizinische Hilfe; richterliche Kontrolle der Freiheitsentziehung. | Nicht körperlich wehren. Benachrichtigungsrechte können im gesetzlichen Rahmen eingeschränkt sein. |
Rechtsgrundlagen: § 136 StPO§ 163a StPO§ 163 StPO§ 111 OWiG§ 81a StPO§ 81b StPO§ 114b StPO
Daten & Privatsphäre
Dein digitales Leben
verdient Schutz.
Handy, Laptop, Nachrichten und Cloud enthalten viel Persönliches. Gute Datensicherheit gehört zum Alltag. Rechtliche Grenzen eines staatlichen Zugriffs lässt du im konkreten Fall prüfen.
Die Sicherheitshinweise beziehen sich auf den normalen Schutz deiner Daten. In einem laufenden Verfahren vorhandene Beweise unverändert erhalten und Maßnahmen mit deinem Verteidiger klären.
Geräte und Konten ordentlich absichern.
Verwende starke, unterschiedliche Passwörter, aktuelle Systeme und sichere Kontowiederherstellung. Zwei-Faktor-Schutz und ein seriöser Passwortmanager helfen gegen unbefugte Zugriffe.
Verschlüsselung verstehen.
Geräte- und Datenträgerverschlüsselung schützt besonders bei Verlust oder Diebstahl. Sichere Wiederherstellungsmöglichkeiten mit ein. Sie garantiert weder absolute Sicherheit noch Immunität gegenüber rechtmäßig angeordneten Ermittlungsmaßnahmen.
Cloud, Backups und Freigaben prüfen.
Im normalen Alltag solltest du wissen, welche Daten automatisch synchronisiert werden und wer Zugriff hat. Geräteschutz und Cloudschutz sind verschiedene Dinge. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt nicht automatisch alle Metadaten oder jede Sicherungskopie.
Passwort und Fingerabdruck sind rechtlich verschieden.
Als Beschuldigter bist du grundsätzlich nicht verpflichtet, ein memoriertes Passwort oder eine PIN aktiv mitzuteilen. Biometrische Entsperrung ist anders zu beurteilen: Der BGH hat zwangsweises Fingerauflegen unter bestimmten Voraussetzungen gebilligt. Ob deine konkrete Situation erfasst ist, prüft die Verteidigung.
Schutzrechte und Umfang des Zugriffs prüfen lassen.
Beschlagnahme, Durchsicht elektronischer Speichermedien und Zugriff auf externe Daten brauchen eine Rechtsgrundlage. Berufliche Verschwiegenheit, Verteidigerkommunikation und höchstpersönliche Inhalte können besondere Schutzfragen auslösen. Kennzeichne solche Bereiche gegenüber deinem Anwalt; ihre bloße Benennung stoppt den Zugriff nicht automatisch.
Privatsphäre schützen. Beweise erhalten.
Keine Fernlöschung beschlagnahmter Geräte, kein Manipulieren von Nachrichten und keine Anleitung zum Verbergen von Beweisen. Bei Unsicherheit über Herausgabe, Entsperrung oder Zugangsdaten anwaltliche Hilfe verlangen.
Basisschutz: BSI: Mobilgeräte schützen ↗BSI: Verschlüsselung ↗

Du brauchst keinen Alleingang
Gute Verteidigung
beginnt mit Zuhören.
Passende Strafverteidigung finden
Ein Anwalt, der deinen Fall
kennt. Und Strafrecht kann.
Im Strafrecht zählt die passende Erfahrung. Bei akuten Maßnahmen kommt die Erreichbarkeit dazu. Du brauchst klare Antworten und eine nachvollziehbare Strategie.
- Erfahrung im passenden BereichFachanwalt für Strafrecht oder nachweisbar erfahrene Strafverteidigung. Bei Jugend-, Steuer-, Wirtschafts- oder anderen besonderen Vorwürfen nach konkreter Erfahrung fragen.
- Erreichbarkeit, wenn es zähltKann die Kanzlei heute Kontakt aufnehmen? Wer kümmert sich bei Festnahme oder Durchsuchung? Ein schöner Internetauftritt ersetzt keinen erreichbaren Ansprechpartner.
- Erst Akte, dann StrategieWie wird Akteneinsicht organisiert? Welche Fristen sind offen? Welche Möglichkeiten sieht die Kanzlei nach Prüfung der Unterlagen?
- Kosten vor dem Auftrag klärenWas kostet Erstberatung, Akteneinsicht und weitere Verteidigung? Welche Leistungen sind im Angebot enthalten? Lass dir eine Vergütungsvereinbarung verständlich erklären.
- Keine Garantien kaufenSeriöse Verteidigung erklärt Chancen und Risiken. Ein sicherer Freispruch lässt sich nicht am Telefon versprechen.
Hier kannst du anfangen.
Die Links führen zu externen Verzeichnissen. Verfügbarkeit und Kosten klärst du direkt mit der Kanzlei.
Örtlichen Strafverteidigernotdienst suchen Strafverteidiger nach Ort oder PLZ Anwaltszulassung prüfenKeine eigene Vermittlung, keine Zusage sofortiger Hilfe und keine Empfehlung einzelner Kanzleien. Bei Festnahme bitte auch die Beamten um Informationen zu anwaltlichen Notdiensten.
So kannst du das erste Gespräch beginnen
„Gegen mich wird ermittelt. Es geht um eine [Vorladung / Durchsuchung / Festnahme / einen Strafbefehl]. Das Aktenzeichen lautet […]. Können Sie die Verteidigung übernehmen und zunächst die Fristen und nächsten Schritte mit mir klären?“
Kosten & Unterstützung
Und wenn das Geld
gerade knapp ist?
Sprich die Kostenfrage sofort an. Es gibt unterschiedliche Wege – aber keine pauschale kostenlose Strafverteidigung für jeden Fall.
Dein Auftrag
Wahlverteidigung
Du wählst und beauftragst deinen Anwalt selbst. Umfang, gesetzliche Gebühren oder Honorarvereinbarung früh klären. Eine Rechtsschutzversicherung kann je nach Vertrag helfen; im Strafrecht bestehen oft Einschränkungen und Rückforderungsklauseln.
Gesetzliche Voraussetzungen
Pflichtverteidigung
Sie richtet sich nach der notwendigen Verteidigung, etwa bei bestimmten Haftkonstellationen, schweren Folgen oder einer schwierigen Sach- und Rechtslage. Geringes Einkommen allein begründet sie nicht. Eine Beiordnung bedeutet auch nicht automatisch, dass du am Ende keine Kosten tragen musst.
Bei geringem Einkommen
Beratungshilfe
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann sie eine rechtliche Beratung ermöglichen. In Straf- und Bußgeldsachen umfasst sie nur die Beratung, keine vollständige Vertretung oder Verteidigung. Zuständiges Amtsgericht und Kanzlei helfen bei der Einordnung.
Das Verfahren verstehen
Es gibt Schritte.
Und es gibt
Handlungsspielraum.
Ein Brief kann sich nach dem Ende der Welt anfühlen. Er zeigt zunächst, an welchem Punkt ein Verfahren steht. Daraus ergibt sich dein nächster Schritt.
Eine Einstellung kann zum Beispiel mangels hinreichenden Tatverdachts oder unter anderen gesetzlichen Voraussetzungen in Betracht kommen. Ob das für dich realistisch ist, lässt sich erst anhand der Akte beurteilen.
1. Verdacht und Ermittlungen
Polizei und Staatsanwaltschaft klären einen Verdacht. Vorladung oder Durchsuchung sind Ermittlungsmaßnahmen. Dein Schritt: Rolle klären, Unterlagen sichern, Verteidigung organisieren.
2. Akteneinsicht und Verteidigung
Welche Vorwürfe und Beweise liegen wirklich vor? Dein Verteidiger prüft die Akte und bespricht, ob und wie du dich einlässt, welche Beweise wichtig sind und welche Anträge sinnvoll sein können.
3. Entscheidung der Staatsanwaltschaft
Je nach Sachlage kann das Verfahren eingestellt, ein Strafbefehl beantragt oder Anklage erhoben werden. Diese Wege sind verschieden und nicht alle Schritte werden in jedem Verfahren durchlaufen.
4. Strafbefehl oder gerichtliches Verfahren
Beim Strafbefehl zählt die Einspruchsfrist. Bei Anklage und Hauptverhandlung zählen Vorbereitung, Termine und die konkrete Beweislage. Ein Gericht kann freisprechen oder verurteilen; auch andere Verfahrensabschlüsse sind möglich.
5. Entscheidung und mögliche Rechtsmittel
Nach einer gerichtlichen Entscheidung sofort mit der Verteidigung klären, ob und wie du sie überprüfen lassen kannst. Fristen und die vorgeschriebene Form sind entscheidend.
Praktische Hilfe zum Mitnehmen
Ein kleiner Plan.
Weniger Kopfchaos.
Hake die nächsten Schritte ab, drucke die Notfallkarte und bereite die Unterlagen für deinen Verteidiger vor.
Meine nächsten Schritte
0 von 6 Schritten erledigt
Die Auswahl bleibt nur auf dieser geöffneten Seite. Beim Neuladen wird sie zurückgesetzt.
Was dein Verteidiger
zuerst braucht.
Ein übersichtliches Paket hilft mehr als zehn hektische Nachrichten. Halte bereit:
- Schreiben und Zustellungsumschläge, Beschlüsse und Ladungen.
- Aktenzeichen, Behörde, Ansprechpartner und offene Termine.
- Kurze Chronologie mit Datum, Ort und eigener Wahrnehmung.
- Unveränderte vorhandene Unterlagen und mögliche Entlastungsbeweise.
- Bereits abgegebene Aussagen und unterschriebene Dokumente.
- Hinweise auf besondere Folgen: Aufenthalt, Beruf, Fahrerlaubnis, Familie oder Gesundheit.
Hier werden keine Falldaten abgefragt oder hochgeladen. Die Unterlagenliste wird direkt auf deinem Gerät erstellt. Teile sensible Dokumente über den mit deiner Kanzlei vereinbarten Weg.
Häufige Fragen
Was dir jetzt
durch den
Kopf geht.
Kurz und verständlich. Für die richtige Entscheidung in deinem Fall braucht es die konkreten Unterlagen.
Ich bin unschuldig. Sollte ich das nicht sofort erklären?
Der Wunsch ist verständlich. Trotzdem kennst du am Anfang oft weder den genauen Vorwurf noch die Beweislage. Als Beschuldigter kannst du zunächst schweigen und nach Akteneinsicht mit deinem Verteidiger über eine gezielte Erklärung entscheiden.
Wirkt mein Schweigen wie ein Schuldeingeständnis?
Dein vollständiges Schweigen als Beschuldigter ist die Ausübung eines Rechts, kein Geständnis. Anders zu beurteilen sein kann eine teilweise Aussage mit anschließendem Schweigen zu einzelnen Punkten. Deshalb vor einer Einlassung beraten lassen.
Kann die Polizei ohne richterlichen Beschluss durchsuchen?
Im Strafverfahren gilt grundsätzlich der Richtervorbehalt. Bei Gefahr im Verzug kommen gesetzliche Ausnahmen in Betracht. Andere Rechtsgebiete können weitere Befugnisse vorsehen. Lass dir Anlass und Anordnung erklären und die konkrete Maßnahme prüfen.
Müssen die Beamten auf meinen Anwalt warten?
Bei einer Durchsuchung grundsätzlich nicht. Du kannst um Abwarten und anwaltlichen Kontakt bitten. Das ist von einer Vernehmung zu unterscheiden: Als Beschuldigter musst du dich zur Sache nicht äußern.
Muss ich mein Handy entsperren oder die PIN sagen?
Ein Beschuldigter muss ein memoriertes Passwort grundsätzlich nicht aktiv mitteilen. Daraus folgt kein allgemeines Verbot technischer Zugriffe oder angeordneter biometrischer Maßnahmen. Rollen und Rechtsgrundlage unterscheiden sich; vor freiwilliger Mitwirkung beraten lassen und nicht körperlich wehren.
Darf ich die Durchsuchung heimlich aufnehmen?
Heimliche Tonaufnahmen nichtöffentlich gesprochener Worte können strafbar sein. Auch Videoaufnahmen können Rechte Dritter berühren und den Ablauf stören. Der sichere Standard ist ein schriftliches Gedächtnisprotokoll und die Dokumentation vorhandener Schäden nach der Maßnahme.
Ist ein Pflichtverteidiger immer kostenlos?
Nein. Beiordnung hängt von den Voraussetzungen notwendiger Verteidigung ab, nicht allein von deinem Einkommen. Die Staatskasse zahlt zunächst; die spätere Kostentragung hängt von der Entscheidung und den gesetzlichen Regeln ab.
Was mache ich bei einem Strafbefehl?
Zustellungsdatum feststellen, Umschlag sichern und sofort einen Verteidiger kontaktieren. Ein Einspruch muss grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung beim erlassenden Gericht eingehen. Nach Fristablauf kann eine Wiedereinsetzung unter engen Voraussetzungen möglich sein – sofort prüfen lassen.
Was gilt, wenn mein Kind betroffen ist?
Suche Erfahrung im Jugendstrafrecht. Erziehungsberechtigte und gesetzliche Vertreter haben besondere Beteiligungsrechte; der Ablauf kann vom Erwachsenenstrafrecht abweichen. Bei einer akuten Maßnahme sachlich auf das Alter und Betreuungsbedarf hinweisen.
Was ist mit Führerschein, Beruf oder Aufenthalt?
Ein Strafverfahren kann Folgen außerhalb der eigentlichen Strafe haben. Sag deinem Verteidiger deshalb früh, wenn zum Beispiel berufliche Zulassungen, eine Fahrerlaubnis, Waffenbesitz oder dein Aufenthaltsstatus betroffen sein könnten. Welche Folgen eintreten, ist eine Einzelfallfrage.
Was, wenn ich als Zeuge plötzlich selbst verdächtigt werde?
Bitte um Klärung deiner Rolle und rechtlichen Beistand. Als Zeuge kann § 55 StPO selbstbelastende Antworten schützen. Wirst du als Beschuldigter vernommen, gelten die Beschuldigtenrechte einschließlich des Schweigerechts zur Sache.
Übernimmt die Freiheitskanzlei meine Strafverteidigung?
Diese Seite bietet allgemeine Orientierung und praktische Vorbereitung. Sie nimmt kein Verteidigungsmandat an, erteilt keine fallbezogene anwaltliche Beratung und übernimmt keine Fristenüberwachung. Die Verteidigung vereinbarst du direkt mit einem Rechtsanwalt.
Weiterlesen & nachprüfen
Rechte brauchen
eine Grundlage.
Die zentralen Vorschriften sind direkt verlinkt. Informationsstand: 13. Oktober 2026. Der Ratgeber betrifft vorrangig Strafverfahren in Deutschland.
Beschuldigung & Verfahren
Durchsuchung, Daten & Zeugen
Strafrechts-Alarm · Ein Service der Freiheitskanzlei
Weniger Angst.
Mehr Klarheit.
Du musst dich nicht allein durch Begriffe und Briefe kämpfen. Kenne deine Rolle, halte deine Fristen und hol dir passende Unterstützung.